RuhrGesichter

Nach    

mehr    

als    

fünfzehnjähriger    

Festival    

-

Geschichte      

fand      

in      

diesem      

Jahr      

im

altehrwürdigen  

Schloss  

Broich  

in  

Mülheim  

a.  

d.

Ruhr das letzte Burgfolk statt.

Unzweifelhaft   ein   schwerer   Schritt   für   das   Veranstaltungsteam   um Michael   Bohnes,   die   das   Festival   mit   Leidenschaft   und   Musik   im   Blut vom   ersten   Moment   an   organisierten   und   beobachten   durften,   wie über   die   Jahre   ein   unfassbar   gemütliches   Festival   entstand,   das durch   seine   heimelige   Atmosphäre   von   vielen   Fans   das   Prädikat „Familientreffen“ verliehen bekommen hat. Völlig zu Recht.
© Ruhrgesichter

BURGFOLK 2016:                      

THE FINAL CHAPTER…

Hier geht es zur Bildergalerie Hier geht es zur Bildergalerie
Allerdings   finanziert   sich   –gerade   in   Zeiten   klammer   Stadtkassen–   ein   Festival   nicht   durch heimelige   Atmosphäre   und   auch   die   „Festivalfamilie“   wurde   in   den   letzten   Jahren   kleiner.   So hieß in diesem Jahr ein letztes Mal: Burgfolk im Schloss Broich. Am     Freitag      eröffneten     die     „Medieval     World     Folker“     (wer     denkt     sich     solche Musikgattungsnamen   aus?)   von   Reliquiae    den   musikalischen   Abschiedsreigen   und   stellten gemeinsam   mit   den   Burgfolk   Fans   im   Innenhof   des   Schlosses   von   Beginn   an   klar,   dass   man sich nicht versammelt hatte, um zu trauern, sondern um zu feiern. Bereits   im   Jahr   883   wurde   die   Ursprungsanlage   des   heutigen   Schlosses   als   Festung   gegen die   Normannen   erbaut,   nur   um   dann   im   Jahre   2016   beim   Burgfolk   den   Piraten   zum   Opfer zu   fallen,   als   pünktlich   um   18:30   Uhr   Pyrates!    ihre   Kaperfahrt   auf   der   Burgfolk   Bühne fortsetzten.   Die   akustischen   Bukkaniere   brachten   die   Halunken   im   Burghof   schnell   in   ihre Gewalt   und   folkten   einfach   mal   mit   Spaß   und   Arrrgh   drauflos.   Unsere   positive   Überraschung des Tages! Folk   Noir    schalteten   mit   ihrem   „darker   kind   of   folk“   einige   Gänge   zurück   und   ließen   es deutlich   ruhiger   angehen.   Die   Band   um   die   beiden   „FAUNe“   Oliver   s.   Tyr   und   Stephan   Groth hat   abseits   der   aktuell   stets   an   der   Grenze   zu   seichten   Gewässern   und   in   gefährlicher   Nähe zur den von „Carmen-Nebeln“ umwölkten Schlagerklippen vorbeischippernden Band Faun unbestreitbar   ihre   Berechtigung.   Mit   der   Ausnahmestimme   von   Livy   Pear   und   Alexander Schulz   am   Schlagzeug   verzauberten   Folk   Noir   mit   wundervollen,   folkigen   Klängen   und Oliver   S.   Tyr   sorgte   dann   auch   noch   dafür,   dass   eine   Besucherin   mit   ihrem   verlorenen Handy wiedervereint wurde. Jeden Tag eine gute Tat… Headliner   am   Freitag   waren   die   Totentänzer   von   Saltatio   Mortis ,   die   mit   ihrem   Mittelalter Rock   und   dem   Material   des   Albums   Zirkus   Zeitgeist,   mit   dem   man   bemerkenswerterweise den   ehrenvollen   Platz   1   der   deutschen   Albumcharts   erklomm,   ein   ordentlicher   Headliner waren.   Wie   zu   erwarten,   kamen   viele   Fans   pünktlich   zu   diesem   einen   Auftritt   und   waren danach   am   Samstag   nicht   mehr   im   Schlosshof   gesehen.   Schade,   denn   es   gab   an   beiden Festivaltagen   sehr   viel   mehr   zu   entdecken.   Nichtsdestotrotz   rockten   Saltatio   Mortis   gewaltig und   nahmen   den   Schlosshof   nahezu   ausnahmslos   mit   in   den   Zirkus   Zeitgeist:   Das   war klasse! Am   Samstag    ging   es   traditionell   bereits   um   13:00   Uhr   los.   Krayenzeit ,   die   als   Support „Schandmaul“    auf    der    Leuchtfeuer-Tour    2016/2017    begleiten,    segelten    auf    dunklen Krähenschwingen   in   den   Schlosshof   und   wussten   die   leider   zu   dieser   frühen   Stunde   noch etwas spärliche und müde Hörerschar zu erfreuen.  Mythemia ,   diese   Weltenwanderer   aus   der   Stadt,   die   nicht   existiert,   haben   den   „Mythical Medieval    Folk“    aus    Bielefeld    ins    Ruhrgebiet    gebracht.    Im    Gepäck    hatten    sie    schöne, eingängige   Fantasywelten   und   eine   Musik,   die   sicher   nicht   von   Mythemia   revolutioniert wurde,      aber      wunderbar      vor      der      Burgfolkgemeinde      ausgebreitet      wurde      und dementsprechend gut ankam. Die   erfahrenen   Haudegen   der   Aberlour’s    waren   uns   vor   diesem   Festival   ebenfalls   gänzlich unbekannt.    Starke    Songs,    Spielfreude    und    „Bühnenpräsenz“    waren    definitiv    da,    die Resonanz beim Publikum ausgesprochen positiv. Die    obligatorische    Dosis    Folkmetal    steuerten    Ingrimm     aus    Regensburg    bei.    Ingrimm spielen   keine   Folkmusik,   sondern   Metal,   der   mit   folkloristischen   Instrumenten   ergänzt   wird. Wir   fanden   es   jedenfalls   großartig   unsere   homöopathische   Dosis   tiefe   Gitarren   und   Metal abzubekommen,   die   Musik   kommt   plakativprächtig   vor   Kraft   strotzend   daher:   Sehr,   sehr geil. Ein   alter   Bekannter   betrat   nun   die   Bühne:   Ski,   der   dazumals   mit   Beloved   Enemy   den Burghof   erfreute   und   sonst   als   Ski-King   durch   die   Lande   reist.   Mit   Ski’s   Country   Trash   kamen   rockige   Countryklänge   und   countrige   Rockklänge   aus   den   Lautsprechern:   Muss   man mögen,   damit   man’s   mag.   Ich   liebe   es.   Herrlich!   Die   Band   und   der   Maestro   hochpersönlich hatten    sichtlich    Spaß    auf    der    Burgfolk    Bühne    und    diese    Begeisterung    für    gute handgemachte Musik übertrug sich auch auf die Burgfolkgemeinde.  Als   die   Radaubrüder   von   Rapalje    die   Bühne   betraten   wurde   auch   dem   letzten   Besucher klar,   dass   die   Burgfolkära   nun   schon   fast   beendet   war.   Umso   heftiger   wurde   zur   Musik   der Ausnahmeband   gefeiert   und   einige   Besucher   in   den   ersten   Reihen   kannten   schließlich   die Antwort   auf   die   Frage,   was   die   Rapalje   Musiker   unter   den   Kilts   tragen.   Dem   Vernehmen nach:    Ein    Paar    Stiefel    und    die    Zukunft    der    Niederlande.    Rapalje    spielten    für    den Veranstalter   Michael   Bohnes    einige   seiner   Lieblings   –   Songs.   Rapalje   spielte   Manowar und wir lernten zwei Dinge: 1. Michael Bohnes hat einen ausgezeichneten Geschmack bei seinen Songfavoriten, 2. Rapalje sind eine Band, denen solche Manowar-Ausflüge durchaus stehen. Der    Headliner    des    Samstags    waren    Russkaja     aus    Wien,    wie    bereits    im    Vorjahr energetisierten   sie   den   Burghof   mit   ihrem   russifizierten   Polkaskarock.   Spätestens   beim „Psycho   Traktor“   wurde   dem   einen   oder   anderen   Burgfolker   klar,   dass   man   das   Schloss Broich    ja    nun    nicht    mehr    braucht    und    schlussendlich    auch    vollends    bis    auf    die Grundmauern niederfeiern kann. Doch   die   gute   Nachricht   zum   Schluss:   Die   Hütte   steht   noch.   Das   Castle   Rock   Festival   2017 kann an gleicher Location kommen…  
Hier geht es zur Bildergalerie Hier geht es zur Bildergalerie