RuhrGesichter

Castle  

Rock  

XVIII,  

Schloss  

Broich,  

Mülheim  

an

der Ruhr:

Trotz  

eher  

ungünstiger  

Großwetterlage  

ist  

der

Schlosshof  

bereits  

am  

frühen  

Freitagabend  

gut

mit  

Besuchern  

gefüllt  

und  

man  

munkelt  

über  

im

Vorfeld    

getroffene    

geheime    

Vereinbarungen

zwischen    

der    

Festivalleitung    

und    

diversen

Wettergöttern,     

die     

heute     

die     

dräuenden

Regenwolken   

vom   

Veranstaltungsort   

Schloss

Broich erfolgreich fern halten. 

© Ruhrgesichter

CASTLE ROCK XVIII auf Schloss Broich

Die anwesenden Rettungssanitäter der Wasserwacht (!), die für den Notfall bereit stehen, können sich somit darauf beschränken, kleinere Blessuren zu versorgen...  Wie auf einem großen Familientreffen ist anfangs jederfrau und -mann zunächst damit beschäftigt, Freunde und Bekannte zu begrüßen und die Primärbedürfnisse zu befriedigen, will sagen, Biermarken zu kaufen und gegen das entsprechende Getränk einzulösen, den dringendsten Hunger zu bekämpfen mit extrem leckeren Pommes, der ganz hervorragenden Nudelgemüsepfanne oder auch Würstchen bzw. Steaks vom toten Tier.            Beim diesjährigen Castle Rock fällt MAERZFELD die nicht leicht Aufgabe zu, als Opening Act den Besuchern einzuheizen - eine Herausforderung, die die Band mit Bravour meistert und Lust auf mehr macht. Leckerli am Rande: Nach dem Auftritt verteilt die Merch-Crew an Besucher auf dem ganzen Gelände Maerzfeld-Autogrammkarten und -Aufkleber. Danke schön! :-)  Derweil sorgen die österreichischen Symphonic Metaller von SERENITY (übrigens die Gewinner des Amadeus Awards 2017 in der Kategorie Hard & Heavy) weiter für Stimmung.           DARKHAUS, die als nächste aufspielen und wie bereits im vergangen Jahr das Schloss rocken, haben unter dem Publikum viele Fans, wie aus der Menge der mit Menschen gefüllten DARKHAUS-Bandshirts zu schließen ist.   Headliner des Abends ist THE DARK TENOR, von vielen bereits gespannt und mit großer Vorfreude erwartet, vor dem andere Festivalbesucher aber ein wenig Angst haben. Auch dem Künstler selbst ist anzumerken, dass er sich der Herausforderung bewusst ist, die großenteils Metal und Gothic affine Castle-Rock-Familie für seine Musik zu gewinnen. Doch sämtliche Befürchtungen um ein eher carmennebeliges Konzerterlebnis führt der Künstler ad absurdum und überzeugt durch musikalisches Können und gelungene Umsetzung           klassischer Themen. Vom Publikum begeistert gefeiert, weist der Dark Tenor mehrfach darauf hin, dass er der "Dark Tenor" ist und man hört aus der Zuschauermenge hier und da Spekulationen darüber, was denn nun sein Vorname sein mag, Dark oder Tenor? Oder handelt es sich etwa um einen Doppelnamen? Was mag wohl auf seinem Briefkasten stehen, außer "bitte keine Werbung und kostenlose Zeitungen einwerfen"? D. Tenor oder Herr Dark? Wie dem auch sei, dem Dark Tenor gelingt es an diesem Abend, neue Fans für sich zu gewinnen. Die Ruhrgesichter finden es übrigens klasse, dass der Künstler im Laufe seiner Darbietung auch die Musiker vorstellt, die ihn begleiten - ein Detail, das bei manch anderen Acts vergessen wird oder dem straffen Zeitplan zum Opfer fällt.  Kaum sind die letzten Dark-Tenor-Töne verklungen, zieht sich offenbar auch der zuständige Wettergott zu einem wohlverdienten Feierabendbierchen zurück. Der Himmel öffnet ungehindert seine Schleusen. Es regnet.  Alles in allem, ein gelungener erster Festivaltag!             Samstagmittag, also für den Festivalbesucher an und für sich zu quasi nachtschlafender Zeit, sind doch schon überraschend viele Mitglieder der großen Castle Rock Family nicht nur wach sondern auch fit genug, um mit HEMESATH, NOX INTERNA und ERDLING gehörig abzufeiern.  Nur beim Wettergott ist es wohl gestern Abend zu spät geworden..., es regnet sich ein. Das Publikum trotzt dem Regen und feiert weiter mit VLAD IN TEARS.  Laut einem Insider ist AEVERIUM der heimliche Headliner des Festivals, was sich nicht von der Hand weisen lässt, wenn die Band um Frontfrau Aeva und Rampeneber Chubby die Luft zum brennen bringen. Aeverium interagieren perfekt mit dem Publikum und bringen auch den faulsten und schüchternsten Zuschauer in der hintersten Reihe dazu, begeistert die Arme in die Höhe zu recken, zu hüpfen, zu singen und mitzufeiern. Von der Festivalgemeinde frenetisch umjubelt, legen Aeverium die Latte für die folgenden Bands sehr hoch und dürfen sogar - eine seltene Ehre - mit dem Segen des Burgherrn eine Zugabe geben.   Auch die Panzerrocker von der OST+FRONT haben ihre Fans im Publikum und weiter geht's mit skurrilen Outfits auf der Bühne und zwei enormen Luftballons, in denen jeweils eine Ladung Himbeersirup schwappt.  Die Ballons hüpfen von Fäusten bewegt über den Köpfen                                                   der Zuschauer bis sich einer der beiden - auweia - am Eingang zum Schloss spontan zum Harakiri entschließt und außer zahllosen roten Spritzern auch noch einen großen Fleck an der Wand hinterlässt. Es sieht aus, als wäre einer der Besucher geplatzt und wir wissen wirklich nicht, wie der Burgherr dieses Malheur später erklären will.   Als dann CREMATORY am frühen Abend aufspielen, hat sich auch der Wettergott aus dem Bett gequält und ein Einsehen. Denn Burgherr MB hatte Crematory das Ultimatum gestellt, dass sie niemals mehr wiederkommen dürfen, sollten sie Regen mitbringen. Die Wolken lichten sich und sogar die Sonne riskiert einen Blick.    Wie nicht anders erwartet, ziehen MOONSPELL als letzter Act des Abends alle Register und bieten eine teuflisch gute und mitreißende Show mit vielen Songs aus ihrem schon legendären Album Irreligious, aber auch einigen vielversprechenden Stücken einer neuen CD, die noch in diesem Jahr erscheinen soll.   Ein fettes Danke schön für dieses großartige Festivalwochenende an Burgherr Michael Bohnes, der dies alles möglich macht und der schon für das nächstjährige Castle Rock IXX unter großem Gejohle des Publikums einen Teil des Line-ups verriet. Wir freuen uns aufs nächste Jahr und sind gespannt auf Lacuna Coil, Tanzwut und weitere tolle Bands.  Text: Kirsten Fotos: Ruhrgesichter Hier geht es zur Bildergalerie Hier geht es zur Bildergalerie Hier geht es zur Bildergalerie Hier geht es zur Bildergalerie