RuhrGesichter

Das   

Feuertal   

Festival   

findet   

bereits   

seit   

2003

jährlich  

auf  

der  

Waldbühne  

Hardt  

in  

Wuppertal

statt.

Das   Ereignis   lockt   Jahr   für   Jahr   eine   treue   Gemeinde   von   Mittelalter- Folk-Metal-Rock     Fans     zu     der     kleinen     Waldbühne     in     einem ehemaligen   Steinbruch.   Da   in   dem   kleinen   Tal   wenig   Platz      bleibt,   ist auch   die   Besucherkapazität   auf   maximal   2500   begrenzt,   so   dass man   am   Ende   der   zwei   Festivaltage   das   Gefühl   nicht   los   wird,   mit jedem   der   anwesenden   Fans   mindestens   einmal   ein   Bier   getrunken zu   haben.   Als   wir   am   ersten   Festival(frei)tagmittag    von   unserem Parkplatz am Ende des Universums auf dem Weg zur Waldbühne
© Ruhrgesichter

Feuertal Festival 2016 oder: 

„Papa, es ist wieder RADAU!“

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waren,   tauchte   in   einem   bei   der   Sommerhitze   offenen   Fenster   ein   Kinderkopf   auf:   Ein kurzer   Blick   auf   uns,   dann   drehte   sich   der   Kopf   wieder   in   die   Wohnung   und   rief:   „Papa,   es ist wieder RADAU!“ Und so sollte es sein… Um   14:00   Uhr   ging   denn   auch   gleich   mit   Delva    los.   Die   klassische   Musikausbildung   ist allgegenwärtig.   Wenn   auch   teils   gefolkt   wird,   bis   der   Arzt   kommt,   so   hat   doch   das   oft unsaubere    (und    trotzdem    coole    und    oft    auch    passende)    Spiel    einiger    angesagter Folkcombos   hier   keinen   Platz.   Sehr   anmutige,   schöne   Musik.   Sicherlich   eine   erste   große positive musikalische Entdeckung für uns an diesem Festivalwochenende. Danach   rockten   Spielbann    das   Feuertal,   griffen   nach   den   Seelen   und   Ohren   der   Fans   und machten aus dem Feuertal ein Feiertal. Klasse. Bei   Spielbann   wurde   es   auch   das   erste   Mal   schön   kuschelig   vor   der   Bühne:   Die   Waldbühne Hardt   besitzt   den   weltweit   lustigsten   „Pressegraben“,   in   dem   man   sich   optimaler   weise kriechend   bewegt:   Die   Bühne   ist   dermaßen   niedrig   und   nah,   dass   der   hemmungslose Fotograf    den    Musikern    das    Objektiv    nahezu    direkt    vor    die    Nase    halten    könnte.    Dem Feuertalgeist   sei   Dank,   gibt   es   dort   aber   keine   hemmungslosen   Fotografen...   Von   Jahr   zu Jahr   wird   dieser   „Pressegraben“   schmaler,   so   dass   es   inmitten   des   Objektivgewackels   teils zugeht   wie   im   Porno:   Viel   Körperkontakt   und   irgendein   (Kamera-)Rohr   ist   immer   im   Weg. Aber   auf   diese   Weise   kommt   man   sich   näher,   niemand   friert,   umfallen   kann   ebenfalls niemand und so schließt man Freundschaften fürs Leben…. Neben   der   Hauptbühne   gibt   es   beim   Feuertal   einen   kleinen,   aber   feinen   “Mittelaltermarkt” nebst   kleiner   Bühne,   auf   der   Gly   Edmonds   und   Christoph   Brodersen   das   Folkvolk   am   ersten Tag   mit   ihrer   traditionellen   und   schönen   Musik   unterhielten.   Am   zweiten   Tag   spielte   hier Paddy   auf,   was   deutlich   besser   ankam.   Allen   Künstlern   auf   der   kleinen   Bühne   hätten   wir   ein klein wenig Beleuchtung in den Abendstunden gewünscht; vielleicht eine kleine Inspiration fürs   nächste   Mal.   Hier   gab   es   allerlei   Leckeres   zu   futtern   und   Kunsthandwerk   zu   bestaunen, wem    in    der    Glutsonne    bei    der    Wahrsagerin    seine    Lebenslinie    in    der    Handfläche weggeschmolzen   ist,   der   konnte   immerhin   noch   die   Karten   befragen,   was   die   Zukunft bringt: Und die Zukunft brachte Unzucht… Unzucht    aus   Hannover   brachten   das   ohnehin   schon   lavaheiße   Feuertal   endgültig   zum kochen   und   hatten   sichtlich   Bock   ihre   Musik   unters   Volk   zu   schießen.   Unzucht   bereiteten mit   ihrem   eingängigen,   ehrlichen,   knackigen   Darkrock   den   Boden   für   die   Pagan-   Folker   von Faun .   Die   Faune   drohten   seit   ihrem   Wechsel   zu   Universal   Music   2013   des   Öfteren   in   den unheimlichen     „Carmen-Nebeln“     zu     verschwinden,     im     Kielwasser     von     Santiano     ihr musikalisches   Potential   zu   verwässern   und   an   den   Schlagerklippen   des   Eurovision   Song Contest   Schiffbruch   zu   erleiden.   Am   Ende   muss   der   geneigte   Feuertal   Besucher   jedoch zugeben:   Live   ist   diese   Band   nach   wie   vor   eine   Offenbarung:   Eine   starke   Bühnenshow   fürs Auge    und    tolle    Klänge    der    Ausnahmemusiker    für    die    Ohren.    Ein    starker,    entspannter Auftritt, auch wenn wir immer noch den „alten“ Faun etwas (sehr!) nachtrauern. Die   hochkarätige   Besetzung   des   Festivalfreitags   gipfelte   in   einem   hammergeilen   Auftritt   von ASP .    Die    Elektrofolkrockmetalchansons    entfalteten    im    Feuertal    ihre    Wirkung    und    ASP wurden   frenetisch   gefeiert.   Der   Maestro   persönlich   sollte   am   Folgetag   Eric   Fish,   der   mit seiner   eigenen   Band   Subway   to   Sally   aufspielte,   als   Moderator   ablösen   und   grandios   durch das Programm führen. Um   22:00   Uhr   schaltete   Papa   Feuertal   das   Licht   aus   und   schickte   seine   Feuertalkinder einzeln,    paar-    oder    gruppenweise    in    die    Schlafstätten,    damit    alle    ausgeschlafen    am Folgetag pünktlich um 14:00 Uhr Paddy  auf der Hauptbühne lauschen konnten. Über   Nacht   hatte   die   Sonne   des   Vortages   einen   prächtigen   Herpes   in   das   Antlitz   des Verfassers   dieser   Zeilen   gezaubert,   was   zur   größeren   Diskussionen   im   Eingangsbereich führte,   ob   der   Herpes   einen   Extra-Eintrag   auf   der   Gästeliste   benötigt.   Nachdem   dort   jedoch niemand   für   die   Dauer   unseres   Aufenthalts   auf   meinen   Herpes   aufpassen   wollte,   durfte (musste)   er   mit   rein   und   bestaunte   mit   uns   die   „Gossenband“   Knasterbart .   Neben   uns   rief ein   kleines   Kind   erstaunt:   „Aber   das   ist   doch   Mr.   Hurley“.   Richtig   beobachtet,   Simon Erichsen    aka    Mr.    Hurley    hatte    seine    Pulveraffen    zuhause    gelassen    und    musizierte    als Fummelfips    Knasterbart    mit    seinen    Mannen    und    sang    von    Geschlechtskrankheiten, Trinkgelagen   und   legte   dem   Publikum   ans   Herz:   „Sauf   mich   schön!“,   was   auch   mein   Herpes aus leibeskräften mitgrölte. Die   ungarischen   Folk-Punker   von   Firkin    spielten   zum   Tanz   auf,   bevor   Versengold    die Bühne   erklommen.   Die   Band   hat   sich   durch   unermüdliches   Bespielen   von   kleinen   und großen    Festivals    und    unzähligen    Auftritten    auf    Mittelaltermärkten    eine    treue    Fanschar erspielt. Und das –lauscht man der Musik und den Texten- vollkommen zu Recht. Fast    zuhause    auf    dem    Feuertal    Festival    ist    Eric    Fish,    der    bereits    in    den    Vorjahren musikalisch   durch   das   Programm   führte   und   sich   eng   mit   dem   Festival   verbunden   fühlt. Nun   hatte   er   endlich   mal   wieder   seine   Band   mitgebracht.   Subway   to   Sally    haben   in diesem   Jahr   ihre   „NEON-Ekustik   Tour“   vollendet   und   wenn   man   Subway   to   Sally   auf   der Bühne   sieht,   so   kommen   sie   frisch   und   bühnengeil   daher   wie   am   ersten   Tag.   Subway   to Sally    krempelten    das    Feuertal    auf    links,    beim    obligatorischen    „Schrei“    bröckelte    die Steinbruchwand   und   als   nach   gut   90   Minuten   der   herrliche   Spuk   ein   Ende   fand   und   alle Feiertaler   nach   der   abschließenden   kurzweiligen   Feuershow   glücklich   nach   Hause   wankten, waren sich die allermeisten einig: Geil war’s. Großes    Lob    an    die    Veranstalter    für    Bandauswahl    und    Organisation,    Hut    ab    vor    den friedlichen,   geselligen   und   feierlaunigen   Fans,   eine   tiefe   Verneigung   vor   der   Ansammlung an   großartigen   Ausnahmemusikern,   die   sich   die   Ehre   gaben.   Feuertal   2016   macht   Lust   auf mehr: Feuertal 2017 kann kommen und dann gibt es wieder „RADAU“.
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