RuhrGesichter

Am  

Rande  

der  

Ruhr  

Games  

in  

Dortmund  

trafen

wir  

die  

beiden  

Schiedsrichterinnen  

Kathi  

Stache

(19  

Jahre)  

und  

Hanna  

Wegmann  

(18  

Jahre),  

die

uns  

etwas  

über  

ihren  

Sport  

und  

ihre  

Heimat,

das Ruhrgebiet erzählten.

© Ruhrgesichter

„Handballer halten einfach   

mehr aus als Fußballer“

Aber ich wollte hier nicht weg. Hier sind meine Freunde, meine Orte. Meine Eltern sind hier geboren und aufgewachsen; wenn wir irgendwo langfahren, dann erzählen sie mir, was da passiert ist, was da mal war. Und das ist schön. Es gibt natürlich schönere Städte als Dortmund. Ich will hier aber trotzdem nicht weg.   Hanna Wegmann: Wir sind durch den Handball viel gereist und haben einiges gesehen und schätzen sehr, dass wir hier verwurzelt sind.   Kathi Stache: Dazu kommt natürlich noch Borussia. Wenn ich als großer Fußball Fan feiern will, dann doch lieber auf dem Borsigplatz, als dass ich irgendwo von Berlin aus Dortmund Fan bin. Bei Borussia Dortmund habe ich auch in der E-Jugend mit dem Handball angefangen, in der C – Jugend bin ich dann zum ASC 09 gewechselt.   Hanna Wegmann: Ich habe mit 3 Jahren angefangen, Handball beim ASC  zu spielen. Mittlerweile sind wir hauptsächlich Schiedsrichter. Ab 16 kann man pfeifen; wenn wir die Senioren Mannschaften pfeifen, sind wir jünger als die meisten Spieler auf der Platte. Aber Handball macht einfach Spaß: Es ist abwechslungsreich, man kann sich auspowern und hat mit Menschen zu tun. Man hat das Körperliche, den Kampf. Wenn das Spiel aber vorbei ist, sind dann wieder alle Freunde und kommen miteinander klar.   Kathi Stache: Als ich überlegt habe, welche Sportart ich anfangen möchte, hat mir bei Volleyball und Basketball das Aggressive gefehlt. Handballer halten auch einfach mehr aus im Vergleich zu Fußballern (lacht), das finde ich so toll am Handball.   Hanna Wegmann: Für uns war Handball schon Leistungssport, jetzt haben wir uns mittlerweile fürs Pfeifen entschieden…  Kathi Stache: …und sind jetzt im Frauen Leistungskader. Man hat als Frau viele Möglichkeiten beim Pfeifen…  Hanna Wegmann: …und kann anderen sagen, wo es langgeht (lacht).   Kathi Stache: Handball auf hohem Niveau zu spielen und zu pfeifen, das geht irgendwann nicht mehr beides. Und es macht riesig Spaß. Wir haben natürlich auch schon Männer Kreisliga gepfiffen, gerade bei Derbys geht es da ordentlich zur Sache. Dann ist die Halle komplett voll, alle haben schon ein Bierchen intus, da macht man als Schiedsrichterin schon alles falsch, bevor das Spiel richtig angefangen hat. Da geht es dann schon mal hoch her, aber das Leute handgreiflich werden, wie man das ja immer mal wieder vom Fußball hört, das ist bei uns nicht so. Das geht während des Spiels zur Sache, danach gibt es vielleicht noch ein paar böse Blicke, aber dann ist es auch wieder gut.   Hanna Wegmann: Der Respekt ist beim Handball viel mehr gegeben, als beim Fußball. Das ist die Mentalität des Handballs: Auf der Platte ist man Gegner und man kann sich nicht ausstehen, nach dem Abpfiff trinkt man dann aber wieder ein Bierchen miteinander.   Kathi Stache: Das ganze Bedrängen des Schiedsichters beim Fußball gibt es beim Handball gar nicht. Und wenn, würde es sofort bestraft.   Hanna Wegmann: Außerdem gibt es keine Schwalben, es ist einfach peinlich für die Spieler, liegen zu bleiben. Wenn der Schiedsrichter nicht unterbricht, fehlst Du in der Abwehr und bekommst mit deinen Mitspielern Ärger.   Kathi Stache: Genau, für solche Sachen ist das Spiel einfach zu schnell. Mittlerweile muss ein Spieler, der behandelt wurde, drei Angriffe aussetzen, bis er wieder auf die Platte darf. Das hat den Sport besser gemacht, denn jeder Spieler überlegt sich das jetzt zweimal. Das wäre auch beim Fußball eine Verbesserung: Denn die Schwalben und das Geschauspieler ist ja total respektlos allen anderen gegenüber.
Hanna Wegmann: Wir kommen aus Dortmund – Aplerbeck bzw. - Brackel und spielen dort beim ASC 09 Handball.   Kathi Stache: Wir sind beide Ruhrpottkinder. Das Ruhrgebiet ist Heimat. Ich studiere ja jetzt und da überlegt man, wo schreibt man sich ein.