RuhrGesichter

Mit den Ruhrgesichtern im LaLaPaDu:

Larissas Landschaftspark Duisburg - Nord

Im   Herzen   des   LaPaDu   in   Duisburg   –   Meiderich   findet   sich   ein ehemaliges   Hüttenwerk   mit   erhaltenen   Hochofenanlagen,   das   heute als    ein    Vorzeigebeispiel    für    die    Umnutzung    von    ehemaligen Industrieanlagen   gilt.   Und   inmitten   dieses   Hüttenwerkes   trafen   wir auf   die   25jährige   Larissa   aus   Duisburg,   die   uns   bei   regnerischem Wetter    diesen    Teil    ihrer    Heimat    zeigte.    Larissas    nach    wie    vor unbewiesenen   Behauptungen   zufolge   soll   es   allerdings   selbst   in Duisburg   gelegentlich   Sonnenschein   geben;   so   dass   wir   uns   schon jetzt auf einen Besuch im Sommer freuen. Fragen wir sie selbst: Larissa, wie war das Shooting für Dich? Larissa:            „Das      Shooting      am      Landschaftspark-Nord      war abwechslungsreich   und   Langeweile   hatten   wir   mit   dem   Wetter   auch nicht.   Aber   wer   Ende   Dezember   ein   Fotoshooting   draußen   plant,   der muss   auch   ein   bisschen   offen   für   alles   sein   und   vielleicht   auch   ein bisschen    verrückt.    Die    Wettervorhersage    für    den    Tag    war    nicht gerade   die   beste,   trotzdem   waren   wir   hoch   motiviert   und   haben versucht   das   Beste   aus   dem   windigen   Wetter   zu   machen.   Sogar etwas   Sonne   konnte   mein   fleißiger   Begleiter   und   Helfer   ab   und   zu für   mich   einfangen   :).   Windig   und   kalt   hin   oder   her,   wir   haben   uns nicht entmutigen lassen. Aber   es   kam   wie   es   kommen   musste,   es   begann   zu   regnen.   Das   hat uns    aber    nicht    in    die    Flucht    geschlagen,    ganz    im    Gegenteil. Schließlich   fanden   wir   noch   einen   schönen   Ort   und   bei   so   einer Gelegenheit   kann   der   Fotograf   ja   mal   das   Model   fragen,   ob   es   nicht die   Schuhe   und   Socken   ausziehen   möchte,   um   etwas   im   Regen   zu "tanzen".    Gesagt,    getan.    Schuhe    und    Socken    waren    schnell entfernt,   den   Regenschirm   geschnappt   und   los   ging‘s.   Nach   zwei Stunden   waren   wir   dann   aber   auch   alle   durchgefroren   und   wollten eigentlich     nur     noch     einen     Kaffee     trinken     und     uns     wieder aufwärmen.   Kaffee   gab‘s   an   dem   Tag   leider   nicht,   aber   zum   Schluss haben   wir   noch   ein   paar   Kekse   abgestaubt   und   uns   verabschiedet. Es hat viel Spaß gemacht!“ Wir    finden,    es    sind    einige    wirklich    tolle    Bilder    von    ihr,    vom Landschaftspark und von ihr im Landschaftspark entstanden, oder? Doch   was   ist   der   Landschaftspark,   was   wurde   hier   produziert   und was macht den Landschaftspark heute aus? Für    die    Stahlwerke    von    Thyssen    wurde    hier    in    fünf    Hochöfen Roheisen    produziert,    bis    der    letzte    Hochofen    1985    endgültig stillgelegt    wurde.    In    der    Folge    wurde    das    Gelände    mit    den Gebäuden    umgestaltet    und    schließlich    1994    der    Öffentlichkeit zugänglich    gemacht    und    stellt    heute    einen    der    wesentlichen Ankerpunkte   der   Route   der   Industriekultur   dar.   Während   sich   auf dem    Gelände    der    Zeche    Ewald    in    Herten    nach    der    Stilllegung hauptsächlich    wieder    Industriebetriebe    ansiedelten,    wurde        der LaPaDu   von   den   Bürgern,   Initiativen   und   Vereinen   für   die   Nutzung „erobert“,   koordiniert   wird   das   Ganze   durch   die   Duisburg   Marketing GmbH. Der   ehemalige   Gasometer   (also   ein   Gastank)   wurde   13   Meter   tief und    bei    34    Metern    Durchmesser    mit    21    Millionen    Liter    Wasser gefüllt   und   mit   einer   vielfältigen   Unterwasserlandschaft   versehen, so    dass    sich    hier    ein    kleines    Tauchparadies    im    größten    Indoor Tauchbecken   Europas   entwickelt   hat.   Dort   gibt   es   alles,   was   das Taucherherz    erfreut;    inklusive    einem    Schiffswrack    und    einen abgesoffenen Trabbi. In    der    Erzbunkeranlage    entstand    der    alpine    Klettergarten    des Deutschen   Alpenvereins   mit   rund   400   Routen,   einer   Via   Ferrata   und in   der   Gießhalle   wurde   zusätzlich   ein   Kletter   -   Parcours   installiert.   In der   Kraftzentrale,   den   Gebläsehallen   und   der   Gießhalle   entstanden Veranstaltungsorte     für     Konzert,     Theater,     Kino     und     weitere Großevents.   Nachts   werden   die   Anlagen   durch   Lichtinstallationen von   Jonathan   Park   illuminiert   und   tags-   wie   nachts   ist   der   Hochofen 5   begehbar;   aus   70   Metern   Höhe   bietet   sich   ein   großartiger   Blick über das Ruhrgebiet. In   dieser   großtechnischen   Anlage   wurde   aus   Eisenerz   hochwertiges Roheisen   für   die   Stahlproduktion   gewonnen.   Unter   den   Füßen   der Besucher,    die    heute    die    Aussicht    genießen,    strömten    noch    vor wenigen Jahrzehnten Heißwinde von bis zu 2000° C. In   den   ehemaligen   Bunkern   an   der   Alten   Emscher   wurden   Gärten angelegt   und   das   gesamte   Gelände   ist   über   ein   enges   Wegenetz   mit dem   Fahrrad   und   zu   Fuß   gut   zu   erforschen.      Die   Duisburger   spielen hier   Ball,   machen   Picknick,   radeln,   joggen,   genießen   ihre   Zeit.   Auch die    Natur    hat    sich    einen    Teil    des    weitläufigen    Geländes    zurück geholt.   Es   gibt   viel   zu   erlaufen,   zu   erfahren,   zu   erklimmen.   Wer   das Ruhrgebiet    besucht    und    an    einem    Ort    vieles    von    dem    finden möchte,    was    das    Ruhrgebiet    ausmacht    und    woraus    es    sich entwickelt   hat,   wer   die   Menschen   erleben   möchte   und   Geld   für   die legendären   Ruhrpott   –   Mitbringsel   im   Besucherzentrum   übrig   hat, für   den   ist   der   LaPaDu   die   beste   und   erste   Adresse   im   Pott.   Am Besucherzentrum   starten   auch   die   interessanten   Führungen   bei   Tag und     Nacht     über     das     Gelände     und     wer     sich     nach     einer Hochofenbesteigung   stärken   möchte,   ist   hier   auch   an   der   richtigen Adresse. Wir fragen unser Model Larissa, was sie mit dem LaPaDu verbindet: „Mit   dem   Landschaftspark-Nord   in   Duisburg   verbinde   ich   nur   schöne Erinnerungen und zwar das erste Date mit meinem Freund :-). Hier    bin    ich    mit    ihm    in    der    Dunkelheit    spazieren    gegangen, nachdem    wir    im    Kino    waren.    Wir    wollten        beide    noch    Zeit miteinander   verbringen,   also   sind   wir   spät   abends   um   die   Pfützen balanciert   und   auf   einen   der   Türme   geklettert,   die   dort   sind.   Schöne Aussichten   hat   man   dort.   Man   tapst   ja   auch   nicht   immer   auf   so einem Gelände rum. Außerdem   ist   dort   im   Sommer   richtig   was   los.   Das   Sommerkino   ist richtig   toll   gemacht.   Mal   gibt   es   die   alten   Klassiker   zu   sehen   und mal   die   neusten   Filme.   Es   ist   toll   aufgebaut   und   mal   ein   anderer Kinobesuch, so unter freiem Himmel.“ Hast Du als „Insiderin“ einen guten Freizeittipp für uns? „Von   dem   „mal   anderen“   Besuch   im   Kino   komm   ich   auf   das   nächste tolle Kino. Absolutes   Highlight   für   mich   ist   das   Autokino   in   Essen,   das   hat   was. Da   fühlt   man   sich   wie   in   den   alten   Filmen,   im   Auto   kuscheln   und Film   gucken,   richtig   Klasse.   Nur   das   heutzutage   niemand   mehr   auf der Motorhaube sitzt ;)“ Was schätzt Du besonders am „Pott“? „Das    Ruhrgebiet    hat    einfach    so    viele    „Gesichter“,    hier    kommt irgendwie alles zusammen. Man   hat   einfach   so   viele   Möglichkeiten,   einfach   auch   von   A   nach   B zu kommen (vorausgesetzt „die Bahn“ macht mit oder die A 40 ;) ). Generell   mag   ich   einfach   die   Vielfalt,   die   das   Ruhrgebiet   bietet. Gerade,   was   sportliche   Aktivitäten   angeht.   Im   Landschaftspark-Nord kann   man   zum   Beispiel   in   einem   der   Türme   Tauchen   gehen   (war echt   mal   eine   coole   Sache).   Aber   auch   an   der   Regattabahn   in Duisburg   findet   man   einiges.   Entweder   man   möchte   den   Kopf   frei machen   und   eine   Runde   spazieren   gehen   oder   aber   man   möchte ein   Ründchen   Joggen   gehen,   mit   tollen   Außensportgeräten   an   der Seite,   hat   man   auch   etwas   Abwechslung.   Besonders   gut   gemacht ist   aber   das   Klettern   mitten   im   Wald.   Ein   toller   Kletterpark   mit einem hohen Spaßfaktor. Am   besten   jedoch   gefällt   es   mir,   dass   das   Tanzen   im   Ruhrgebiet sehr   verbreitet   ist.   Ich   tanze   nun   schon   seit   meinem   7.   Lebensjahr, angefangen    habe    ich    mit    Tanzen    als    Breitensport    in    der        City- Tanzschule   in   Moers.   Für   die   tanzsportlichen   Leistungen   habe   ich dann    auch    nach    und    nach    die    „DTSA“    (Deutschen    Tanzsport- Abzeichen    bekommen).    Außerdem    habe    ich    früher    schon    an Turnieren     und     Wettkämpfen     teilgenommen.     Da     mich     die Lateinamerikanischen   Tänze   dann   doch   mehr   begeistert   haben,   bin ich   irgendwann   mit   15   Jahren   auf   die   wundervolle   Glitzer-,   und Funkelwelt    der    Lateinformationen    gestoßen,    die    mich    bis    heute begleitet.“ Ist der Tanz für Dich Sport oder deutlich mehr? „Tanzen      ist      für      mich      Sport,      Leidenschaft,      Entspannung, Anspannung,    Freude,    Stress    und    Träumen;    alles    in    einem.    Als Einzelpaar   macht   Tanzen   Spaß,   aber   in   einer   Formation   wächst   man zusammen   und   erlebt   Höhen   und   Tiefen   gemeinsam.   Tränen   und Schweiß   werden   gemeinsam   vergossen   und   natürlich   der   Schampus bei   einem   Sieg   auf   den   Turnieren.   Man   kann   auf   so   einem   Turnier als   Mannschaft   irgendwie   alles   und   nichts   beeinflussen   und   jedes Turnier versprüht seinen ganz eigenen Zauber. Ich   tanze   einfach   super   gerne   und   ich   finde   es   deshalb   so   toll,   dass der   Tanzsport   im   Ruhrgebiet   so   verbreitet   ist,   denn   in   sehr   vielen Städten gibt es eine Formation.“ Was machst Du, um mal abzuschalten? „Dann   fliege   ich   am   liebsten   hoch   hinaus.   Besonders   bei   schönem Wetter   befinde   ich   mich   das   ein   oder   andere   Mal   in   der   Luft   und gucke   mir   das   ganze   Ruhrgebiet   auch   mal   von   oben   an.   Mit   einem Hobbypiloten      an      meiner      Seite,      der      einen      Segel-,      und Motorflugschein   hat,   ist   das   Abschalten   über   dem   ganzen   Spektakel auch   ganz   angenehm.   Einfach   schnell   nach   Krefeld   an   den   Flugplatz gefahren,   ein   Flugzeug   genommen   und   ab   geht’s   in   die   Luft.   Für weitere   Strecken   nehmen   wir   dann   einen   Flieger   mit   einem   Motor (fühlt   man   sich   besser   drin).   Außerdem   ist   es   auch   ganz   cool   zu sagen   „wir   fliegen   heute   in   die   Eifel“   oder   „wir   fliegen   heute   mal nach Sylt“. Das    alles    sind    Möglichkeiten    die    man    im    Ruhrgebiet    geboten bekommt und die jeder machen kann. Natürlich   ist   da   noch   viel   mehr,   wie   zum   Beispiel   einfach   Drachen steigen   lassen   an   der   Ruhr   oder   am   Rhein.   Eine   der   abstrakten Ausstellungen   im   Ruhrgebiet   besichtigen,   wie   zum   Beispiel   Tiger   & Turtle. Die   Füße   ins   Wasser   stecken   an   der   Sechs-Seenplatte   und   vieles, vieles mehr. Ich   habe   das   Ruhrgebiet   und   seine   ganzen   Attraktionen   noch   lange nicht ganz erkundet. Es gibt immer was Neues zu entdecken.“ Du    studierst    Lebensmitteltechnik    in    Trier.    Vermisst    Du    „Deinen“ Ruhrpott manchmal? „Das   Studium   in   Trier   hat   meine   Sicht   auf   das   Ruhrgebiet   nochmal verstärkt.    Jedesmal    wenn    ich    nach    Hause    komme,    ist    es    ein herrliches Gefühl wieder im „Pott“ zu sein. Auch   wenn   mich   in   Trier   jemand   fragt   wo   ich   herkomme,   sage   ich, dass ich aus dem Ruhrpott komme :). Auch   wenn   Duisburg   nicht   die   schönste   Stadt   ist,   freut   man   sich dennoch hier Zuhause zu sein.“ Danke   Larissa,   dass   Du   uns   durch   den   LaPaDu   begleitet   hast   und uns   etwas   über   Dich   und   Deine   Sicht   auf   das   Ruhrgebiet   erzählt hast.   Wir   wünschen   Dir   viele   Siege   mit   Deiner   Formation   und   tolle Stunden im und über dem Ruhrpott. Kurzsichtige   finden   den   Park   an   der   Emscherstraße   71   in   47137 Duisburg,    alle    anderen    sehen    die    Hochofenanlagen    bereits    aus großer   Entfernung.   Im   Netz   finden   Sie   alle   Informationen   unter www.landschaftspark.de  
© Ruhrgesichter

Landschaftspark Duisburg

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