RuhrGesichter

im   

Ruhrgebiet   

niemals   

zu   

revolutionären   

Weltanschauungen   

neigte,   

Kolpingwerk   

und

katholische  

Kirche  

vermutlich  

deutlich  

prägender  

für  

das  

Ruhrgebietsbewusstsein  

waren,

fehlte  

lange  

Jahre  

eine  

breitere  

Bürgerschicht,  

die  

in  

anderen  

Städten  

und  

Regionen  

als

Motor für Stadtentwicklung und Kultur fungierte.

Während  

das  

politische  

Proletariat  

an  

Bedeutung  

verlor  

und  

arbeitsreiche  

Milieus  

–  

meist

eher  

unpolitisch  

und  

konsumorientiert  

–  

die  

Oberhand  

gewannen,  

wurden  

weder  

Innenstädte

noch  

Kultureinrichtungen  

von  

diesen  

Nachfragegruppen  

geprägt.  

Wer  

(vermeintlich)  

"besser"

einkaufen  

will,  

fährt  

sogar  

bis  

heute  

noch  

nach  

Düsseldorf.  

Wer  

lange  

Zeit  

besser  

wohnen

wollte,   

suchte   

sich   

entweder   

preiswerten   

Baugrund   

im   

Umland   

oder   

zog   

in   

an   

das

Ruhrgebiet  

angrenzende  

Städte,  

wie  

Münster  

oder  

eben  

Düsseldorf.  

Düsseldorf  

galt  

lange

Zeit  

als  

der  

Schreibtisch  

des  

Ruhrgebietes.  

Hier  

wurden  

wichtige  

Konzerne  

gelenkt,  

politische

Entscheidungen  

getroffen,  

bürgerliches  

Leben  

genossen.  

Das  

Ruhrgebiet  

war  

demgegenüber

eher der Ort des Arbeitens zwischen Massenproduktion und Massenkonsum.

Trotz  

dieser  

vergleichsweise  

schlechteren  

Ausgangsposition  

hat  

das  

Ruhrgebiet  

vor  

allem  

in

den  

letzten  

35  

Jahren  

sehr  

viel  

Potenzial  

hinzugewonnen,  

mit  

welchem  

die  

Städte  

aus

arbeitsweltlicher  

Tradition  

in  

eine  

neue  

Phase  

moderner  

Lebensqualität  

eintreten.  

Neue,

meist   

grüne   

Formen   

des   

familienfreundlichen   

Wohnens   

und   

innovative   

Freizeit-   

sowie

Kulturangebote   

haben   

dem   

Revier   

eine   

neue   

Prägung   

gegeben,   

die   

dringend   

weiter

ausgebaut  

werden  

muss.  

Die  

Gleichzeitigkeit  

von  

Cranger  

Kirmes  

und  

Klavier-Festival  

Ruhr

zeigt  

die  

Spannbreite  

auf,  

um  

die  

es  

geht  

-  

ohne  

damit  

wertende  

Gewichtungen  

vornehmen

zu wollen.

Unbestritten  

braucht  

das  

Ruhrgebiet  

noch  

mehr  

Kultur  

-  

sowohl  

in  

soziologischer  

Sicht  

als

auch  

im  

Lebensstile  

prägenden  

und  

schaffenden  

Sinne  

-  

um  

die  

Lebensqualität  

in  

der  

Region

weiter zu steigern.

Jens Tetzner ist Sänger & „Mastermind“ der Band MICROCLOCKS aus Bochum/Hattingen. Die Rezension des Albums „Soon Before Sundown“ findet sich hier.
© Ruhrgesichter

 Das Ruhrgebiet

Von arbeiterlichen Milieus in eine neue Phase moderner Lebensqualität. Seit jeher ist das Ruhrgebiet geprägt von der arbeitsweltlichen Dominanz, die lange Zeit quasi als Kernregion des Proletariats wahrgenommen wurde. Abgesehen davon, dass die Mehrheit der ArbeitnehmerInnen
von Jens Tetzner