RuhrGesichter

Auch  

in  

diesem  

Jahr  

fand  

am  

Pfingstmontag  

im

malerischen   

Löwental   

in   

Essen   

-   

Werden   

das

große Pfingst Open Air statt.

Wie   

es   

sich   

für   

ein   

"Umsonst   

und   

Draußen"

Festival  

gehört,  

ordnete  

es  

auch  

diesmal  

wieder

irgendwo   

zwischen   

buntem   

Familienfest   

mit

selbstgebackenem   

Kuchen   

und   

einem   

Haufen

tobender Kinder und wilder Eskalationsparty. 

Pfingst Open Air Werden 2018

Wenn man an den Ruhrauen entlang schaut, denkt der Laie vielleicht eher an eine Rosamunde Pilcher Filmkulisse, der Profi jedoch weiß: Hier steigt das Pfingst Open Air.  Das Fassungsvermögen des Geländes ist auf 13.000 Besucher beschränkt und dank des guten Wetters (das angesagte Gewitter zog kurzfristig nach Bayern ab, wo es auch hingehörte) wurde diese Grenze in den Nachmittagsstunden mehrfach für kurze Zeit erreicht. Das Schließen eines solchen Geländes und Abweisen der teils schon gehörig vorgeglühten Feierwütigen war sicherlich keine einfache Aufgabe für die Ordner, die dies jedoch meist freundlich und souverän meisterten. Überhaupt ist die Qualität der Security derart wichtig für das das Gelingen eines solchen Festes, dass dies viel mehr in den Fokus gehört. Jeder Konzert- und Party- erprobte Mensch jeden Alters kennt positive und negative Beispiele aus eigener Erfahrung und weiß, wie schlechte, übergriffige Idioten als Ordner die Atmosphäre vergiften können und wie souveräne, kompetente und freundliche Ordner auch knifflige Situationen entschärfen und ein familiäres, sicheres Gefühl erzeugen können. Diese Atmosphäre stimmte im Wesentlichen beim POAW, wir ziehen unseren Hut.           Die auf Einlass Wartenden feierten so einfach vor den Zugängen. Auch auf dem weitläufigen Gelände wurde es nie unangenehm voll, es gab immer ausreichend Wohlfühl - Platz zwischen Hauptbühne, E-Wiese, Markt und der beeindruckenden Fressmeile mit vielen vegetarischen Alternativen zu den Klassikern Pommes-Bratwurs-Pizza.  Je näher man der E-Wiese kam, umso mehr erfüllte der Duft von frischen Kräuterzigaretten die Frühlingsluft. Die bunte musikalische Tüte, bei der tatsächlich für fast jeden etwas dabei war, zauberte dort einige renommierte DJs ans Pult, „Haptik“ brachte die Menge mittags bereits in Bewegung, „Désirée“ und „Kevin Over“ bewegten sich zwischen Deep House und Techno, bevor „Clavis“ aus Essen bei ihrem Heimspiel durchgehend gut ankamen und schließlich der Topact „Yetti Meissner“ aus Berlin ihren Techno über die Ruhrwiesen schickte. Der Schreiber dieser Zeilen gesteht jedoch, dass er sich diese Bewertung aus hoffentlich kundigem Mund hat zutragen lassen, denn die eigene Kompetenz für elektronische Tanzmusik ist eher binär auf „gefällt mir“ oder „Ohrenschmerzen“ begrenzt.           Auf der Hauptbühne eröffnete „The Narrator“ aus Essen das Festival und es wurde direkt richtig laut und wild: Der eingängige Punkmetal zündete trotz früher Stunde sofort. Etwas ruhiger wurde es musikalisch mit „Dote“, die zur Kaffestunde wirklich schönen Indiekuchen mit elektronischen Sahnetupfern servierten. Kinder hüpften im Takt auf dem Spielplatz und vor der Bühne gingen ihre Fans und Freunde ab. „Walking on Rivers“ packten folkige Uptempo Klänge aus, wunderschöne, verträumte Fußwackler: Auf der Wiese im Löwental liegen, den vorbeiziehenden Entenfamilien auf der Ruhr zuschauen, auf einem Grashalm kauen und mit der rechten großen Zehe wackeln. Über Dir der Himmel mit ein paar Wolken und es scheint als wenn „Walking on Rivers“ nur für Dich spielen. So kann man es aushalten. „Gurr“ sind Andreya Casablanca und Laura Lee und stehen für Garage-Rock mit psychedelisch fliegenden Elementen. Irgendwie aus der Zeit gefallen. Unser Ruhrgesichter Fotograf erinnert sich an alte „Cult“ Zeiten der 80er. Boah, ist der alt.             Unterhaltsamer als bei „Fatoni“ kann der Spagat zwischen Rap und Rock nicht gelingen. Der Mann hat eine unfassbar intensive, aber stets lässige, entspannte Bühnenpräsenz und kam entsprechend gut bei dem sehr buntgemischten Publikum an. „Fjort“ aus Aachen spielten harten, satten Rock mit unüberhörbarer politischer Haltung und der jugendlichen Überzeugung ganz sicher auf der guten Seite der Macht zu stehen. „Skinny Lister“ aus London brachten die Menge mit ihrem schnellen Folk-Rock amtlich in Bewegung. Die schnelle Musik und der eine oder andere spontan gegründete Tanzclub bekamen nicht jedem Besucher gut: Manch eine(r) durfte danach erstmal ausnüchtern und sich abkühlen.   Gestärkt an den vielseitigen Essensständen bewegten wir uns nach einem Zwischenstopp am Plattenstand pünktlich zum Headliner wieder zur Hauptbühne: Die Musik von „Massendefekt“ geht direkt ins Ohr, um dort maximalen Schaden anzurichten, mit guter Laune zerlegen sie alles was vom Festival noch steht. Nachdenkliche deutschsprachige Texte, klare Statements, handgemachte, wütende eingängige Musik. Funktioniert. „Massendefekt“ waren ein würdiger Headliner und bei diesem Festival alternativlos in der Running Order am Ende platziert. Wer hätte nach dieser musikalischen Abrissbirne auch noch spielen können, wollen, sollen?  Fazit: Starkes, weitgehend friedliches Festival, starke Bands und DJs, starke Orga, starkes Publikum. Danke.    Die Website des POAW: www.openair-werden.de Hier geht es zur Bildergalerie Hier geht es zur Bildergalerie Hier geht es zur Bildergalerie Hier geht es zur Bildergalerie