RuhrGesichter

Bereits   

2015   

starteten   

die   

RUHR   

GAMES   

an

sechs   

Standorten   

in   

den   

fünf   

Städten   

Essen,

Gelsenkirchen,      

Oberhausen,      

Bottrop      

und

Gladbeck           

durch,           

erreichten           

nach

Veranstalterangaben   

insgesamt   

rund   

125000

Menschen.  

Die   tolle   Idee   und   aufwändige   Umsetzung   endete   jedoch   am   Ende auch    in    vielen    weitgehend    zuschauerbefreiten    Sportstätten    und –abgesehen   von   den   prominenten   Zugpferden-   mäßig   besuchten Konzerten;   die   Zuschauer,   die   den   Weg   gefunden   hatten,   zeigten sich jedoch hellauf begeistert. Nach einem Jahr Pause wagten die
© Ruhrgesichter

RUHR GAMES & HAMMER SUMMER

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Ruhr Games sich nun das zweite Mal an den Start, in diesem Jahr in Dortmund, Hagen und Hamm.   Die bunte Mischung aus Sport und Kultur wurde auch in diesem Jahr wieder großgeschrieben. Bei dem Jugendfestival standen neben den Wettkämpfen auch mehr oder minder sportliche Workshops und Konzerte im Mittelpunkt des Interesses. Der Zuschauerzuspruch bei den Sport Events war in diesem Jahr deutlich höher, als noch beim letzten Mal; dennoch ist da noch viel Luft nach oben: Die Ruhr Games hätten es verdient.            Das vielfältige Programm bot zahlreiche Möglichkeiten zum Mitmachen und Ausprobieren, aber auch spektakuläre Shows und Wettkämpfe „einfach nur“ zum Zuschauen – und das alles bei freiem Eintritt und einer herausragenden Organisation, was bei derartigen Mammut Events alles andere als selbstverständlich ist. Ohnehin zeigten die vielseitigen, spannenden Wettkämpfe wieder einmal, dass toller, mitreißender Sport nicht nur in den Fußball - Bundesligastadien stattfindet, sondern es sich für den Sportfan lohnt, auch von Zeit zu Zeit lokale, „unterklassige“ Veranstaltungen zu besuchen. Unser Aufruf an alle Ruhrgesichter Leser: Besuchen Sie im nächsten Monat doch einmal einen lokalen            Wettkampf oder ein Spiel einer sportlichen Disziplin Ihrer Wahl. Das kann Spaß machen. Versprochen.  Gut besucht waren erwartungsgemäß die Konzerte mit den Sportfreunden Stiller, Chefket und Clueso und auch die großartig organisierte Partnerveranstaltung „Hammer Summer“ mit der sympathischen Londoner Blues-Pop Größe Kelvin Jones, Staubkind, den Indie-Rappern NORDN aus Hamburg und Lena geriet zum Publikums – Magneten.    Nach dem überragenden Gewinn des Eurovision-Songcontest 2010 startete Lena ihre vielschichtige Karriere und veröffentlichte vier Alben, die es allesamt in die Top Ten schafften. Dass sie auch in der Lage ist, ein großes Live Publikum vorzüglich zu            unterhalten, bewies sie bei der 15. Ausgabe des Hammer Summers. Dass nach der Headlinerin Lena mit Staubkind noch eine weitere Band auftrat, war sicherlich ungewöhnlich, aber eine Aufgabe, die durch die Band angenommen und großartig gelöst wurde: „Wenn du dein Herz offen hältst, wenn du kämpfst, damit du lebst, wenn du ans Wünschen glaubst – dann kannst du so viel mehr sein. An jedem einzelnen Tag.“ (Staubkind) Die frühe Auftrittszeit von Lena Meyer-Landrut um 20:30 Uhr begründete der Veranstalter mit den vielen sehr jungen Lena-Fans, die ja offensichtlich früh ins Bett müssen. Nun ja… Tatsächlich geriet der Lena Auftritt zu einem Lehrstück für die Super Nanny: Ein Vater bahnte seiner Tochter (und natürlich sich selbst) seinen Weg in die erste Reihe, nicht ohne ein paar widerspenstigen Jungs unter deftigen Flüchen noch Schläge anzudrohen. Mütter zerrten unter Gekeife an den Armen der Vorstehenden, um die Menschenmassen zu teilen, wie weiland Mose das Meer, schließlich hatte sich das Töchterchen so sehr auf Lena gefreut und gehörte daher in die erste Reihe (und alle Kids,  die älter als zwölf waren oder deren Körpergröße 130 cm überstieg,  sollten sich ohnehin besser ganz weit nach hinten zum Rest der 9000 Anwesenden an die Bierstände stellen).            Dass unter den Übergroßen in Reihe 6-10 hauptsächlich Eltern von den Kindern in Reihe 1-5 standen,  die wenigstens halberlei noch ein Auge auf ihre Brut haben wollten,  interessierte bei der mütter- und väterlichen Ellbogentaktik natürlich nicht. Eine Frau schüttelte ein fremdes Kind,  das etwas zu sehr vor ihr mit dem Kopf wackelte, woraufhin der Vater des Kindes sich seiner rechten Faust erinnerte und der Frau mal zeigen wollte,  was passiert,  wenn sie sein Kind 'anpackt'. Bei einem 'Umsonst und Draußen' - Lena Auftritt können Kinder also wirklich was lernen, einfach zuschauen wie Mama und Papa die Herausforderungen des Lebens lösen. Leute,  ich bin viel und oft auch als Fotograf auf Konzerten und gerne ganz entspannt bei der fotografischen Materialschlacht im Pressegraben, aber so eine Hardcorezickerei in den ersten Reihen habe ich noch nie erlebt. Es wird Zeit für das nächste Metal - Festival inkl. Wall of Death, damit ich endlich wieder unter normale Menschen komme ;-).  Der Alterssurchschnitt des Publikums stieg übrigens - kaum waren die letzten Töne von Lena verklungen - sprunghaft um zwanzig Jahre, die durchaus entspannten Kids nahmen ihre stressgebeutelten Eltern mit heim und so wurde es mit der Band 'Staubkind' doch noch ein entspannter Abend und ein harmonischer Hammer Summer.            Zuvor stand Hamm bereits ganz im Zeichen der europäischen Jugendbewegung mit dem internationalen Jugendcamp. Die Teilnehmer konnten an über 40 Workshops teilnehmen, in der Sporthalle der Friedensschule Hamm fanden die Judo- und Karate Wettkämpfe statt, während sich bei den Soccer Turnieren oder der Skate Night auch der sportbegeisterte Besucher austoben durfte.  Am Ruhr Games Standort Hagen fand nach mehreren gut besuchten Basketball Turnieren, Leichtathletik und Schwimmwettbewerben, Tennis und Fechten auch eine große Party im Rahmen der Hagener Sportnacht statt. Wirklich toll war hier die räumliche Nähe der verschiedenen Workshops und Disziplinen im Sportpark Ischeland mit dem angrenzenden Westfalenbad und der Enervie Arena.            In Dortmund begrüßte Moderator und „Comedy Street Verwirrer“ Simon Gosejohann Teilnehmer und Zuschauer und musste sogar selbst todesmutig auf ein fliegendes Motorrad, die Funkin Stylez Dance Crew bot Tanz auf höchstem nationalen Niveau und die Sportfreunde Stiller gaben bei der Auftaktveranstaltung ein sportliches Konzert (und machen ganz nebenbei doch ein wenig Lust auf den anstehenden Confed Cup). Ihr Support Blackout Problems begeisterten am Donnerstag das nach einer Unwetterunterbrechung noch etwas rare Publikum und bereiteten den Boden für ein tolles Konzert der Sportfreunde. Sportfreunde kamen bei der gesamten Verantstaltung auf ihre Kosten, BMX-Flatland, MTB-Dirtjump, BMX-Spineramp und die deutsche Skateboardmeisterschaft waren die sportlichen Publikumsmagneten im Stadion Rote Erde in Dortmund und wie viele der Wettkämpfe top besetzt: Ob der amtierende BMX-Weltmeister Dominik Nekolný oder die deutsche Skateboard-Meisterin Lea Schäfer; die Elite der sogenannten Actionsportarten gab sich in Dortmund die Klinke bzw. den Lenker und das Board in die Hand.           Großen Spaß machten den Teilnehmern und Besuchern auch die Parcour Strecke und die Street-Art Workshops. Die Fahrer des Dirtjump Contests wie Sam Pilgrim und Lukas Knopf zeigten in dem mit tonnenweise Erde zur Dirtjumparena verwandelten Stadion Rote Erde, warum sie zur Weltelite gehören.   Fazit: Eine tolle Veranstaltung, die definitiv noch mehr Aufmerksamkeit verdient. Begegnung, Sport, Kultur: Das kann verbinden, das kann einen. Und viel, sehr viel Spaß machen. Dafür waren die Ruhr Games 2017 erneut ein Beweis. Hier geht es zur Bildergalerie Hier geht es zur Bildergalerie