RuhrGesichter

Tierrechtsaktivist Max mit wissenswertem über Schweine       

und seinen Antworten auf die häufigsten Fragen                      

zum Thema Tierrechte

Schweine   gelten   in   unserem   Kulturkreis   als   dreckig,   im   Judentum   und   im   Islam   als   unrein,   und   werden gern   als   dumm   bezeichnet.   Beide   Vorurteile   treffen   nicht   zu,   Schweine   haben   bei   ausreichendem   Platz feste   Kotecken,   das   Suhlen   dient   im   Sommer   primär   der   Senkung   der   Körpertemperatur,   da   Schweine nicht    schwitzen    können;    und    der    Vermeidung    von    Sonnenbrand.        Schweine    gehören    zu    den intelligentesten    Säugetieren    und    können    es    durch    ihre    kognitiven    Fähigkeiten    mit    vielen    Primaten aufnehmen. Am   Friedrich   Löffler   Institut   brachte   man   in   Rekordzeit   Ferkeln   ihre   Namen   bei,   auf   die   sie   dann   fortan hörten.   Als   erwachsene   Schweine   wurden   sie   dann,   immerhin   waren   es   fast   40   Tiere,   über   Lautsprecher aufgerufen   und   gingen   einzeln   zur   Futterstelle.   Manchmal   rannten   sie   auch,   es   soll   Tiere   gegeben   haben, die   im   wissenschaftlichen   Versuch   die   Rekordmarke   von   50   km/h   auf   dem   Weg   zur   Futterstelle   knackten. Die   anderen   Tiere   warteten   seelenruhig   ab,   bis   sie   aufgerufen   wurden.   Ende   der   90er   Jahre   machte   sich ein    dänischer    Bauer    die    Intelligenz    der    Tiere    zu    nutze,    indem    der    die    Schweine    per    Joystick    die Temperatur    und    Belüftung    im    Stall    steuern    ließ.    Ein    System,    dass    sich    allerdings    nicht    weltweit durchsetzen   konnte.   Schweine   haben   ein   Bewusstsein   ihrer   Selbst   und   erkennen   sich   im   Spiegel.   Auch   das Konzept   eines   Spiegels   durchschauen   sie.   Die   Forscher   versteckten   Futter   in   einem   Riech-   und   Sichtschutz so,   dass   die   Schweine   es   nur   im   Spiegel   erblicken   konnten.   Trotzdem   liefen   die   Schweine   direkt   nicht   etwa auf den Spiegel, sondern auf das Futter zu. Was    habe    ich    als    Tierschützer    nicht    schon    alles    gehört,    warum    es    normal    und    richtig    ist,    andere Lebewesen zu schlachten und zu essen: ? Das   sind   dumme   Tiere,   die   den   höher   entwickelten   Menschen   genauso   zur   Verfügung   stehen   wie     ein Maisfeld. ! Bei    welchem    IQ    ziehen    wir    die    Grenze?    Zahlreiche    Schlachttiere    sind    nachweislich    weitaus intelligenter   als   menschliche   Kleinkinder.   Ist   Babys   essen   also   noch   o.k.   und   wenn   ja,   bis   zu   welchem   Alter. Ist    es    weniger    schlimm,    einem    weniger    intelligenten    Menschen    Leid    zuzufügen    als    einem    Harvard- Professor? Oder geht es am Ende vielleicht gar nicht um den IQ… ? …sondern   um   die   Spezies.   Menschen   (hat   Gott   ja   auch   gesagt)   sollen   sich   die   Erde   untertan machen; deshalb dürfen Menschen Tiere nutzen und essen, aber natürlich keine Babys. ! Eine   primitive   Form   des   Speziesismus   und   Ausdruck   der   gleichen   Geisteshaltung,   die   zu   Sexismus und   Rassismus   führt.   Die   von   ihm   selbst   betriebene   Abgrenzung   des   Menschen   von   den   nichtmenschlichen Tieren   ist   willkürlich   und   wissenschaftlich   nicht   haltbar.   Hier   stellt   sich   eine   Art   willkürlich   über   andere Arten,   einfach   weil   sie   es   aus   einer   Position   der   Stärke   heraus   kann.   Genauso   nehmen   Rassisten   und Sexisten   andere   Menschen   und   deren   Interessen   weniger   ernst,   einfach   aufgrund   des   Faktes,   dass   diese einer   anderen   Rasse   oder   zum   anderen   Geschlecht   gehören.   Die   Willkür   ist   gut   ablesbar   an   den   Arten,   die zur   Qual   und   zur   Schlachtung   freigegeben   sind   und   jenen   Arten,   die   wir   als   Haustiere   zum   „besten   Freund des   Menschen“   erklären.   Hunde   würden   sich   hervorragend   mästen   und   in   Gruppen   in   Fabrikhallen   halten lassen,   bevor   man   sie   industriell   durch   Köpfungsmaschinen   oder   durch   Vergasung   töten   könnte.   Das Fleisch   ist   ebenfalls   nahr-   und   schmackhaft.   Darüber   hinaus   sind   Hunde   physiologisch   erheblich   weiter vom   Menschen   entfernt   als   Schweine   (und   Schweine   können   mehr   Kommandos   lernen   als   Hunde,   sind   sie also intelligenter und von der Schlachtung zu verschonen?). ? Tiere   haben   kein   Bewusstsein,   kein   „Ich“   und   sind   biologische   Maschinen,   die   nur   auf   Reproduktion und Überleben aus sind. ! Zahlreiche   Tiere   haben   ein   Ich-Bewusstsein,   erkennen   sich   im   Spiegel   und   haben   ein   besonderes Sozialgefüge,   versuchen   Leid   für   Artgenossen   zu   vermeiden,   auch   wenn   sie   dadurch   Vorteile   (Futter) hätten   (nachgewiesen   für   viele   Tiere,   u.a.   in   einer   großen   Studie   mit   ja   angeblich   so   primitiven   Ratten). Und   wenn   das   tierische   Streben   nach   Überleben   und   Reproduktion   ein   Grund   für   die   Schlachtung   von Tieren ist, dann gute Nacht… ? Tiere empfinden nicht wie Menschen. ! Das   könnte   sein.   Es   ist   jedoch   zweifelsfrei   nachgewiesen,   dass   Tiere   auf   ihre   Art   trauern,   sogar depressiv   werden   können,   sich   freuen,   mutiger   werden,   wenn   sie   sich   wohlfühlen…   Tiere   verständigen sich   auf   andere   Arten   als   Menschen,   warum   sollten   sie   nicht   auch   auf   andere   Arten   empfinden   können? Was   hat   das   mit   der   Frage   nach   Respekt   vor   dem   Leben   und   der   Diskussion   um   den   Wert   des   einzelnen Lebens zu tun? ? Auch   Tiere   essen   Tiere.   Es   liegt   in   der   Natur   des   Löwen   zu   jagen.   Wir   Menschen   sind   auch   Natur und daher ist es doch normal, dass wir Tiere essen ! Oh,   nun   bröckelt   das   anthropozentrische   Weltbild   und   der   Mensch   ist   plötzlich   doch   ein   Tier   unter Tieren?   Den   Verteidigern   des   Fleischessens   gehen   schon   die   Argumente   aus?   Erpel   vergewaltigen   auf brutalste   Art   und   Weise   Enten,   die   diese   Zwangsbegattungen   durch   mehrere   Erpel   oft   nicht   überleben. Folgern wir daraus, dass dies eine legitime Handlungsalternative für frustrierte Single-Männer ist? ? Menschen haben schon immer Tiere gegessen. Das ist doch ganz normal. ! „Das   haben   wir   schon   immer   so   gemacht.“   Das   dümmste   Argument,   da   es   gar   keines   ist.   Es   gibt viele   Kulturen,   in   denen   Fleisch   essen   entweder   gänzlich   verpönt   oder   eher   die   Ausnahme,   als   die   Regel ist.   Und:   Wenn   die   Nazis   den   Krieg   gewonnen   hätten,   dann   wären   wir   heute   die   Generation,   die   sagen würde:   Juden   und   anders   denkende   Menschen   zusammenpferchen,   quälen,   wirtschaftlich   ausnutzen   und möglichst   effizient   (=preiswert)   töten:   Das   haben   wir   doch   immer   schon   gemacht,   das   ist   doch   ganz normal.   Vergleichen   Sie   einmal   vorurteilsfrei   die   Bilder   der   Konzentrationslager   mit   den   Aufnahmen   der modernen   Großtierfabriken:   Richten   Sie   sich   also   in   Ihren   Wertvorstellungen   ausschließlich   nach   den Nachbarn, den Eltern und dem Zeitgeist oder schaffen Sie sich eigene Werte und Handlungsmaximen? Phillip   Wollen,   ehemaliger   CEO   der   Citibank,   sagte   einmal:   „Ich   entdeckte,   dass   wir   im   Leid   gleich   sind:   In ihrer    Fähigkeit    zu    leiden    ist    ein    Hund    ein    Schwein    ist    ein    Bär    ist    ein    kleiner    Junge.    (…)    Wenn Schlachthäuser Wände aus Glas hätten, würden wir diese Debatte nicht führen.“  
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