RuhrGesichter Atta-Höhle, Dechenhöhle, Bunkermuseum Oberhausen, Besucherbergwerk Ramsbeck, Heinrichshöhle & Felsenmeer.

UNTERWELTEN, Teil 1

Die   Ruhrgesichter   haben   stets   das   Ruhrgebiet   und   das   Ruhrquellgebiet   -das   Sauerland   fest   im   Blick.   Beide   Regionen   sind   von   weitverzweigten   unterirdischen   Gängen   durchzogen. Wenn   wir   die   Erdoberfläche   verlassen   und   hinabsteigen   in   tiefste   Unterwelten,   entdecken wir   geschichtsträchtige   Bergwerke   und   Höhlen.   Dazu   kommen   Heilstollen   wie   der   Abela Heilstollen   in   Bad   Fredeburg   und   der   Heilstollen   Nordenau   in   Schmallenberg   oder   die Kluterhöhle    in    Ennepetal,    die    überregionale    Bekanntheit    mit    der    Speläotherapie    bei Atemwegserkrankungen erreicht hat. Neben    Mammutzähnen,    Höhlenbären,    Tropfsteinen    kann    der    Besucher    in    den    Höhlen mittlerweile   auch   Höhlenkäse   und   Höhlenwhisky   entdecken   oder   Klangschalenmeditationen und   Konzerten   unter   Tage   lauschen.   Ein   paar   erste   lohnenswerte   Ziele   möchten   wir   an dieser   Stelle   vorstellen   und   kündigen   bereits   jetzt   einen   zweiten   Teil   unserer   „Unterwelten“ an. Zu    den    Höhlenführungen    möchten    wir    vorab    eine    Kritik    anbringen:    Im    Wesentlichen bekommt   der   Besucher   beinahe   zu   allen   Höhlenführungen   in   Deutschland   routiniert   die gleichen   Geschichten   über   Tropfsteinbildung   und   Höhlenentdeckung   erzählt.   Offenbar   gibt es   hier   wenig   Ideen,   neue   Wege   der   unterhaltsamen   Wissensvermittlung   zu   finden   oder diese   wird   schlicht   nicht   nachgefragt.   Das   ist   für   den   Besucher   bei   einer   Erstbesichtigung einer   Schauhöhle   sicherlich   interessant,   langweilt   jedoch   bereits   beim   zweiten   Besuch   und regt   nicht   dazu   an,   wiederzukommen.   Da   der   Erstbesuch   oft   bereits   als   Schüler   erfolgt, ergeben    sich    potentiell    viele    Jahre,    in    denen    man    die    unterirdischen    Schätze    des Sauerlandes   besuchen   könnte:   Einige   Höhlen   versuchen   mit   Höhlenkonzerten,   Hochzeiten, Kindergeburtstagen,              Festessen,              Lichtinstallationen,              Fotoführungen, Weihnachtsveranstaltungen,   Abenteuerführungen   usw.   Besucher   immer   wieder   anzuziehen; wir   kennen   jedoch   eine   ganze   Reihe   Menschen   in   der   Region,   die   gerne   eben   nicht   zu festen     Eventzeiten     mit     Vorverkauf,     sondern     immer     mal     wieder     spontan     zu     den Öffnungszeiten    „ihre“    Höhlen    besuchen    würden,    um    (natürlich    in    Gruppen    mit    einem Höhlenführer)    durch    die    Höhle    zu    schlendern    und    an    definierten    Punkten    einige Augenblicke    zu    verweilen:    Entweder    in    Stille    oder    mit    der    selbstgewählten    Musik    im Ohrhörer.   Bei   unserer   (nicht   repräsentativen)   Umfrage   waren   viele   Menschen   auch   bereit, Jahreskarten   zu   kaufen   und   immer   mal   wieder   den   Höhlenbesuch   mit   Ausflügen   und Spaziergängen   zu   verbinden.   Beispiel:   Viele   Besucher   des   Warsteiner   Wildparks   nannten sogar   die   “Erklär”-Führung   als   Grund   dafür,   nicht   bei   jedem   Wildpark   -   Spaziergang   die Höhle    zu    besuchen.    Vielleicht    inspiriert    dieser    Gedanke    den    einen    oder    anderen Schauhöhlenbetreiber. Atta-Höhle Die   1907   bei   Steinbrucharbeiten   entdeckte   Tropfstein   -   Höhle   ist   eine   der   bekanntesten   und schönsten   touristisch   erschlossenen   Schauhöhlen   Deutschlands.   Die   Höhlenführung   dauert rund      40      Minuten      und      ist      inhaltlich      eine      „klassische      Höhlenführung“.      Das Beleuchtungssystem   ist   etwas   in   die   Jahre   gekommen   und   unspektakulär,   wer   also   nicht unbedingt   mit   LED   Technik   farbig   angestrahlte   Tropfsteine   sehen   muss,   ist   hier   richtig. Zwischen   Atta-Höhle   und   Biggesee   pendelt   der   Straßenzug   Biggolino,   vom   Biggedamm   aus empfiehlt sich eine Schiffsrundfahrt und der Besuch des Sky-Walks hoch über dem See. Wir vergeben für diese wirklich schöne Höhle 8/10 Unterweltspunkte. Atta-Höhle Attendorn Finnentroper Str. 39 57439 Attendorn Telefon: (49) 0 27 22 / 93 75 - 0 http://www.atta-hoehle.de/ Biggolino: www.biggolino.de Dechenhöhle Die   Betreiber   der   Dechenhöhle   in   Iserlohn   sind   seit   langem   bemüht,   Besuchern   über   den reinen    Höhlenbesuch    hinaus    mehr    zu    bieten.    Es    gibt    Weihnachtsveranstaltungen, Höhlenkonzerte,   künstlerische   Lichtinstallationen   bei   den   alljährlichen   „Höhlenlichtern“.   Die Beleuchtung   der   Höhle   ist   auch   auf   dem   „normalen“   Besucherrundgang   sehr   viel   moderner, als in vielen anderen Schauhöhlen Deutschlands. Dem   Besucher   empfiehlt   sich   der   Rundgang   durch   das   angeschlossene   Höhlenmuseum   mit zahlreichen   Informationen   zur   Entstehungsgeschichte   und   Erforschung   der   Höhlen.   Für   den Besuch   des   Museums   sollten   mindestens   30   Minuten,   für   die   Höhlenführung   rund   40 Minuten eingeplant werden. Wir   vergeben   für   eine   tolleHöhle,   viele   gute   Ideen   und   ein   spannendes   Museum   10/10 Unterweltspunkte. Dechenhöhle Dechenhöhle 5 58644 Iserlohn Tel.: 02374/71421 http://www.dechenhoehle.de/ Bunkermuseum Oberhausen Das    Bunkermuseum    befindet    sich    der    Nähe    des    Gasometer    im    Knappenviertel    und beherbergt   eine   Dauerausstellung   über   den   Luftkrieg   über   dem   Ruhrgebiet   im   zweiten Weltkrieg.   Die   Inhalte   sind   interessant   aufgearbeitet   und   die   Räumlichkeiten   verströmen einen sehr eigenartigen, morbiden Charme. Unbedingt sehenswert.  Wir vergeben für einen spannenden Bunker 6/10 Unterweltspunkte. Bunkermuseum Oberhausen im ehemaligen Knappenbunker, jetzt Bürgerzentrum Alte Heid Alte Heid 13 46047 Oberhausen https://www.bunkermuseum-oberhausen.de Winterpause beachten! Besucherbergwerk Ramsbeck Einen   spannenden   Einblick   in   den   Erzbergbau   bietet   das   Besucherbergwerk   Ramsbeck.   Die Sammlung   zeigt   technische,   mineralogische   und   historische   Schätze,   das   Highlight   eines Besuches   ist   natürlich   die   Grubenfahrt   ganze   1500   Meter   tief   in   den   Berg   hinein.   Zu   festen Terminen   bietet   das   Bergwerk   ein   kulinarisches   Dinner   Erlebnis   in   einem   Stollen   300   Meter unter    Tage    an.    Lohnt    sich!    In    Verbindung    mit    dem    Bergwerksbesuch    bietet    sich    der Bergbau   –   Wanderweg   an,   der   auf   10   Kilometern   reizvoller   Strecke   rund   um   Ramsbeck führt. Wir    vergeben    9/10    Unterweltspunkte    für    eine    umfangreiche    Ausstellung    und    eine beeindruckende Bergwerksführung. Sauerländer Besucherbergwerk Ramsbeck Glück-Auf-Straße 3 59909 Bestwig-Ramsbeck Telefon:  +49 (0)2905 250 www.sauerlaender-besucherbergwerk.de/ © Foto Grubendinner: Alexander Giemsa Heinrichshöhle & Felsenmeer In   der   Heinrichshöhle   in   Hemer   wurden   tausende   Knochen   aus   der   Eiszeit   gefunden, darunter   ein   mittlerweile   rekonstruiertes   vollständiges   Höhlenbärenskelett,   das   in   der   Höhle bewundert werden kann. Eine Führung durch die Tropfsteinhöhle dauert  ca. 40 Minuten. In direkter   Nachbarschaft   zur   Höhle   liegt   fußläufig   das   Felsenmeer,   ein   wildes   Durcheinander aus   Felsen   und   einem   alten   Buchenwald.   Ein   Spaziergang   durch   das   Felsenmeer   rundet   den Besuch der Heinrichshöhle ab. Die Heinrichshöhle und das Felsenmeer verdienen7/10 Unterweltspunkte. Heinrichshöhle Felsenmeerstraße 7 Hemer https://www.hiz-hemer.de/    
© Foto: Dr. Ines Klenner